Schwedisch lernen: 20 Sätze für den Anfang
Schwedisch hat für Deutschsprachige einen großen Vorteil: Viele Wörter kommen dir sofort bekannt vor. Hus (Haus), bok (Buch), mjölk (Milch), vinter (Winter) oder komma (kommen) erklären sich fast von selbst. Beide Sprachen sind germanisch, und das merkst du schon in der ersten Stunde.
Die Aussprache ist anfangs ungewohnt, die Satzmelodie singt ein bisschen, und manche Buchstaben klingen anders als erwartet. Mit den folgenden 20 Sätzen und ein paar Aussprachetipps kommst du aber schnell ins Gespräch.
Ein paar Aussprachetipps vorab
- å klingt ungefähr wie ein offenes deutsches „o“: på (auf) spricht man etwa „poh“.
- o klingt oft wie ein deutsches „u“: god (gut) klingt etwa wie „guud“.
- k vor hellen Vokalen (e, i, y, ä, ö) wird zu einem weichen Zischlaut, ähnlich dem deutschen „ch“ in „ich“: köpa (kaufen).
- sj, skj und oft auch stj stehen für einen eigenen Laut, irgendwo zwischen „sch“ und einem gehauchten „ch“: sju (sieben).
- jag (ich) spricht man im Alltag meist einfach „ja“.
Keine Sorge: Schwedinnen und Schweden verstehen dich auch mit deutschem Akzent. Und fast alle duzen sich, auch im Geschäft oder bei Behörden. Du kannst also mit du nichts falsch machen.
Begrüßen und verabschieden
1. Hej! – Hallo! Passt fast immer, morgens wie abends, beim Bäcker wie im Büro. Oft hörst du auch Hej hej!
2. Hej då! – Tschüss! Gesprochen etwa „hej doh“.
3. God morgon! – Guten Morgen!
4. Vi ses! – Bis bald! / Wir sehen uns!
5. Ha det bra! – Mach's gut!
Vorstellen und kennenlernen
6. Jag heter Anna. – Ich heiße Anna. Das heter erinnert an das deutsche „heißen“.
7. Vad heter du? – Wie heißt du?
8. Trevligt att träffas! – Schön, dich kennenzulernen!
9. Hur mår du? – Bra, tack! – Wie geht es dir? – Gut, danke!
10. Jag kommer från Tyskland / Österrike / Schweiz. – Ich komme aus Deutschland / Österreich / der Schweiz.
Danke, bitte, Entschuldigung
11. Tack! – Danke! Das wichtigste Wort überhaupt. Schwedinnen und Schweden sagen es ständig, beim Bezahlen, beim Abschied, beim Empfangen. Tack så mycket heißt „vielen Dank“.
12. Varsågod! – Bitte schön! (beim Überreichen) Ein eigenes Wort für „bitte“ im Sinne einer höflichen Bitte gibt es so nicht. Wer etwas haben möchte, hängt einfach tack an: En kaffe, tack. (Einen Kaffee, bitte.)
13. Ursäkta! – Entschuldigung! (um jemanden anzusprechen)
14. Förlåt! – Entschuldigung! / Tut mir leid! (wenn du dich entschuldigst)
Wenn es mit der Sprache hakt
15. Jag förstår inte. – Ich verstehe nicht.
16. Kan du prata långsammare? – Kannst du langsamer sprechen?
17. Jag pratar lite svenska. – Ich spreche ein bisschen Schwedisch. Ein ehrlicher Satz, der Türen öffnet. Viele wechseln sonst sofort ins Englische, weil sie dir helfen wollen. Wenn du üben möchtest, sag ruhig dazu: Jag vill öva! (Ich möchte üben!)
Unterwegs, im Café, beim Einkaufen
18. Var ligger toaletten? – Wo ist die Toilette?
19. Vad kostar det? – Was kostet das?
20. Ska vi fika? – Wollen wir eine Fika machen? Fika ist die schwedische Kaffeepause, meist mit etwas Süßem wie einer Zimtschnecke (kanelbulle). Es ist ein kleines soziales Ritual, auch am Arbeitsplatz. Wer zur Fika eingeladen wird, sollte möglichst Ja sagen.
Bonus: Drei Wörter, die du sofort hören wirst
- Ja / Nej – ja / nein. Achtung: Ein kurzes, eingeatmetes „ja“ ist in Schweden eine ganz normale Zustimmung. Es klingt anfangs, als würde dein Gegenüber nach Luft schnappen.
- Lagom – genau richtig, nicht zu viel und nicht zu wenig. Ein Wort, das viel über die schwedische Mentalität erzählt.
- Skål! – Prost!
Was dir als Deutschsprachiger hilft
Neben dem vielen bekannten Wortschatz hat das Schwedische eine sehr freundliche Grammatik:
- Verben ändern sich nicht nach Person. Jag är, du är, hon är, vi är – „ich bin, du bist, sie ist, wir sind“ heißt immer är.
- Keine Fälle wie im Deutschen. Dativ und Akkusativ musst du nicht lernen.
- Das Verb steht an zweiter Stelle, genau wie im deutschen Hauptsatz: Idag dricker jag kaffe. (Heute trinke ich Kaffee.)
Etwas umgewöhnen musst du dich beim bestimmten Artikel: Er wird hinten angehängt. En bok ist „ein Buch“, boken ist „das Buch“.
So geht es weiter
Fang mit fünf Sätzen an, zum Beispiel mit Hej, Tack, Varsågod, Jag förstår inte und Ska vi fika?, und nutze sie bei jeder Gelegenheit. Wenn du systematisch weitermachen willst: Parlumi bietet einen Schwedischkurs von A1 bis C2, mit Erklärungen auf Deutsch und Hörübungen in normalem und langsamem Tempo, die bei der Aussprache helfen.
Lycka till! Viel Erfolg!